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Folkeboot-Charter

Juli 2017
Folkeboot Paula: Eine Liebesgeschichte mit 1,20 m Tiefgang

Unser Buch ist erschienen! Es ist wirklich hübsch geworden. Sage nicht nur ich, sagen auch die Leser. Pflichtlektüre für alle, die Segeln faszinierend finden und gerne mal etwas anderes lesen als ein überarbeitetes Logbuch. Überzeugt euch selbst!

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Mai 2019
Folkeboot-Treffen 2019
Folkeboote - sind das nicht diese segelnden Superheldinnen, die ihre erstaunlichen Superkräfte fernab der Welt des Comics, sondern im wirklichen Leben aufs Wasser bringen? Zumindest nutze ich sonst jede Gelegenheit, es so darzustellen. Doch diesmal soll vorwiegend von Menschen die Rede sein: Von Folkebootseglern, und von dem, was sie verbindet und was sie gemeinsam auf die Beine stellen. Zum Beispiel das Folkeboot-Treffen 2019.

Mai 2019
Wie die Feuerwehr: Flottillentörn 4.-10. Mai 2019
„Oli lässt fragen, ob ein Boot Ehrenmitglied bei der Feuerwehr werden kann. Sie findet nämlich, Feuerwehrleute haben’s drauf. Und außerdem findet sie – völlig zu Recht: Sie hat es auch drauf. Und das passt doch so gut zusammen.“ Joe schmunzelt, als ich ihm die Gedanken, die mein Boot mir zukommen lässt, in Worte fasse. „Oliese hat es wirklich drauf“, bestätigt er. Und Robin ergänzt, er werde sich mal erkundigen, was sich da machen lässt in Sachen Ehrenmitgliedschaft.
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April 2019
Martha als Erste
Martha hatte die letzten Tage an Land bereits im Hafen verbracht. Am 1. April, dem ersten möglichen Krantermin, war sie morgens reichlich vereist und fand, sie wolle nun zu Wasser. An Land sei es zu kalt. Also schwebte sie als erstes Boot in den noch leeren Hafen. Um zwölf Uhr schwammen auch ihre Schwestern.

Inzwischen - zu Ostern - ist das gefühlt schon lange her, die Saison hat begonnen, es ist, abgesehen von den frühen Morgenstunden, schon angenehm warm. Und das erste Saisonhighlight ist nur noch einen Monat entfernt: Marstalschoner "Bonavista" ist sieben Jahre nach der Restaurierung des Rumpfes endlich segelklar - das muss gefeiert werden. Und zwar am 18. Mai. Paula wird sich das nicht entgehen lassen.

Programm

Oktober 2019
Herbst - Zeit der knackigen Äpfel. Der einsamen Häfen. Und der verschlossenen Werfttore.

Wir sind im Winterlager. Es muss erwähnt werden, dass das Kranen in scharfem Kontrast zum letzten Jahr diesmal eine ziemlich entspannte Angelegenheit war. An dem Diesntag mit dem Sturm haben wir es einfach nachgelassen. Da standen aber drei von fünf bereits an Land.

Die ersten Arbeiten für den soften Einstieg: Reitbalken für Oli und Martha angefertigt, nicht ohne beim Einbau Schäden zu entdecken, die gleich behoben werden wollen.

Winterarbeits-Blog

Oktober 2018
Folkeboot-Treffen 2019
Wir machen jetzt Folkeboot-Treffen 2.0: Alles genauso, nur anders. Mike, Katja und ich wollten die bisherige Arbeit und Verantwortung so nicht mehr haben, Nachfolger aus dem Kreis der regelmäßigen Teilnehmer fanden sich nicht. Also dachten wir uns: Auch gut, dann findet das Treffen eben trotzdem statt. Dass es niemand organisiert, bedeutet: Wir liegen wie immer an der Kranplatte, und es gibt auch einen Grill, den wir benutzen dürfen. Für Speisen und Getränke sorgt jeder selbst. Musik gibt es nur, wenn jemand seine Klampfe mitbringt.

Vielleicht ist das um so charmanter: Wir tauchen ein in die Wunderwelt des individuellen Bordlebens. Michael und Udo haben das in der Ausstellung ja schon schön festgehalten: Jeder zelebriert seinen Folkeboot-Alltag auf andere Weise. Zwischen kreativem Chaos und penibler Ordnung. „Weniger Meilen, besser essen“, „Zu trinken hab ich nur Champagner“, „Mist, die Tütensuppen sind alle“ - wie lautet euer Motto? Wir sind gespannt. Eine Regatta vorweg soll es unbedingt weiterhin geben - hier wird noch ein Verantwortlicher und Organisator gesucht, aber für diesen überschaubaren Aufwand sind wir optimistisch. Einziges Manko: Der oder diejenige wird nicht teilnehmen können.

Kaum habe ich das geschrieben, melden sich die Freiwlliigen. Mal sehen, was daraus wird.

Also dann, der Termin steht fest: Wir treffen uns am Samstag, 25. Mai, gegen 13 Uhr wie gewohnt in Arnis an der Kranplatte. Der Rest liegt an euch.

September 2019
Saisonausklang?

Der Sommer endet am Fraitag, 21. September. Genau um 11 Uhr vormittags. Da nämlich kommt die Kaltfront. Mit ihr: Sturm, Regen und ein Temperatursturz um fast 10 Grad. Das Wasser fällt um einen Meter. Um so glücklicher sind Paula und ich über den vielleicht letzten Ausflug des Jahrs.

Es waren letztlich nur drei Tage. Schon am Montag war bestes Segelwetter - sonnig, warm, vier Windstärken. Doch da hatte ich mir noch ein paar Termine hingelegt und auf den Freitag als Rückreisetag spekuliert. Das war vor der Sturmwarnung. Wie letztes Jahr sollten wir Mike und Admiral Jacob bei ihrer Anreise zur Silverrudder begleiten. Als wir Dienstagmorgen ausliefen, stand meine Törnplanung bereits fest: Drejø Gamle Havn als Muss für den ersten Tag, von da nach Mjels Vig als gutem Ausgangspunkt für die Rücktour bei Südwest. Für Mike stand die Silverrudder bereits erheblich in Frage, manifestierte sich doch die Sturmwarnung, und auch gleich noch eine zweite für den anschließenden Montag - sollte er die Regatta überleben, käme er anschließend nur sehr verspätet zurück nach Hause. Reihenweise sagten andere Teilnehmer ab. Und wir machten es uns einfach ein bisschen nett.

Den Gamle Havn kannte Mike noch nicht. Entsprechend dankbar war er nach der Ankunft, dass ich ihn dorthin gelotst hatte. Wobei von lotsen nicht wirklich die Rede sein kann: Ohne Echolot musste er seinen Weg durch unbetonnte Flachs navigieren, während wir am Ende der vierzig Meilen eine gute halbe Stunde zurücklagen. Ich hatte schon länger den Eindruck, Paula sei langsamer, als sie sein müsste oder könnte. Jetzt bestätigte sich dieser Verdacht recht eindrucksvoll, aber dem Segelspaß tat das keinen Abbruch. Im Hafen lagen drei Motorboote aus Svendborg, doch die Crews tranken nur schnell noch ihr Bier zu Ende, torkelten an Bord und legten unter Getöse ab. Wir hatten den idyllischen Ort für uns allein - ein Traum in Laubgrün, Himmelblau und Mahagonirot.

Tag zwei begann mit dem Nervenkitzel, aus der Abdeckung in die Rinne zu segeln. Die Bäume produzierten erhebliche Turbulenzen, das Brischen kam aus sämtlichen Richtungen, manchmal aus zwei gleichzeitig: Die Fock schlug im Gegenwind, die Großschot war zu dicht für den Raumschotskurs weiter oben. Als wir das Gekräusel erreichten, zeigte sich der Grund: Mit satten fünf Beaufort sausten wir erstmal tierisch los. Wolkenverhangen, trüb, grau in grau - es war ein sensationeller Kontrast zum farbenfrohen Vorabend. Als wir Avernakø passierten, klarte es auf. Der Wind schwächelte. Eine Mordsdünung lief aus Süden heran. Es wurde stampfig. Und immer stampfiger. Bis zur Nordspitze von Als war es nur sporadisch schönes Segeln. Dann bekamen wir endlich, wonach Paula und ich uns gesehnt hatten: Südwest fünf bis sechs, irgendeine Form von Kreuzen war angesagt, aber endlich war es grandioses Segeln mit Schräglage, Spritzwasser und Speed. Admiral Jacob geriet außer Sicht - am Ende lagen wir eine Dreiviertelstunde zurück, aber Mike, der sich in vielen kleinen Schlägen in den Als Fjord kämpfte, jammerte, es sei richtig unangenehm holperig gewesen. Immerhin hatte er da seine Bestätigung, dass es richtig war, die Silverrudder ausfallen zu lassen: "Noch ein, zwei Windstärken mehr und dann auch noch nachts - das muss ich echt nicht haben." Paula fühlte sich pudelwohl: Der Wind drehte immer südlicher, von 280 Grad besserte sich unser Kurs auf 250, und das brachte uns an eine Untiefentonne südlich der Genner Bugt - dort fuhren wir die einzige Wende des ganzen Tages. Wir segelten zahlreichen größeren Yachten auf und davon. Leicht zu erklären: Die hatten sich bei dem schwachbrüstigen Wind und der Dünung für Vollzeug entschieden, jetzt wagten sie nicht, das Reff einzubinden und konnten überhaupt keine anständige Höhe laufen. Für uns war es genau der passende Wind. Begeistert legten wir an. Und weil es die Mjels Vig war, wo man immer nette Leute trifft, lagen neben Mike da auch Jonathan, Maria und Enno aus Arnis mit Vadderns 36-Fuß-Schiff, und später traf auch noch Wellenreiter ein.

Wellenreiter ist ein seltenes Exemplar von Kielschwertkreuzer, eine Art übergroßer Jollenkreuzer, liebevoll restauriert von seiner Eignergemeinschaft. Und weil die Eignergemeinschaft aus Speyer kommt und es durchaus versteht, das Leben zu genießen, wurden Jonathan und ich zu später Stunde noch mit pfälzischem Wein an Bord gelockt. Wir ließen uns gerne locken...

Der Nachhauseweg begann mit Regen, gefolgt von Flaute. Zehn Boote trieben mit einem Knoten durch den Als Sund, bis die Wellenreiter-Crew einen ernstgemeinten Versuch unternahm, die nächste Brückenöffnung zu schaffen: Sie warfen den Diesel an. Es war ein interessantes Schauspiel: Jedes Schiff, das sie einholten, begann ebenfalls zu motoren. Auch Paula. Obwohl mir bereits klar war, dass es zu spät war. Aber ich wollte ja nicht der blöde Klugscheißer sein, der einfach abwinkt und am Ende doch der Einzige ist, der die Brücke nicht schafft. So, wie es war, bekam Wellenreiter noch die offene Brücke zu sehen. Eine halbe Stunde Vollgas völlig umsonst? Wir hätten wohl auch für die nächste Öffnung ein Stück motoren müssen. Und eine Stunde Beiliegen vorm Alsion vergeht schneller, als man meinen könnte. Es war dann aber schon kurz vor drei, als wir aus dem Stadthafen Sønderborgs kreuzten. Auf Höhe Yachthafen machte es "flopp", die Segel hatten Druck, und bis Schleimünde war es Rauschefahrt mit um die sechs Knoten. Überflüssig zu erwähnen, dass der Wind dann wieder so weit abnahm, dass wir gleich die nächste Brücke verpassten.

Dann kam der Sturm und das Niedrigwasser - und ich konnte endlich deutlich sehen, was ich bisher nur vermutete: Als Paula stand und das Heck ein bisschen aus dem Wasser guckte, zeigten sich die Seepocken. Das wird uns nicht grundsätzlich davon abhalten, nochmal loszufahren, wenn das Wetter entsprechend ist. Aber vorläufig mache ich es mir unter der Kuchenbude gemütlich und treffe Vorbereitungen für die Winterarbeit. Es war eine tolle Saison, dieser letzte Ausflug eine wunderbare Abrundung - womit sollen wir das jetzt noch versuchen zu toppen?

August/September 2018
Wieder Zitronenkuchen. Und noch mehr Zauberkräfte.

Samkas Geduld ist beispiellos. Seit Jahrzehnten liegt das Schiff als Museumskümo in Marstal, unterbrochen von gelegentlichen Ausflügen, aber meistens gepflegt und unbewegt. Sie wirkt ruhig, verlässlich und unerschütterlich. Wir legen nicht unbedingt deswegen so gerne direkt vor bzw. unter ihrem Bug an, aber es wäre an sich schon ein guter Grund. Jetzt könnte man meinen, ihre Geduld und Ruhe seien ansteckend, wenn ich Oliese da so ankommen sehe: Äääääußerst laaaaaaangsam. Ich weiß, dass es nicht an Samka liegt - die Charterer lassen sich mit allem Zeit. Hektik kommt denen nicht an Bord. Es ist großartig. Zuverlässig wie Samka - ich kann, während Oli schon im Approach ist, in aller Ruhe die Segel zuende packen, und werde doch rechtzeitig fertig sein, um Leinen anzunehmen.

Kaum sind wir von der Schwedenreise zurück, geht es schon wieder auf Dienstreise. Allerdings nur für Paula und Oliese. Und mit diesen ruhigsten aller ruhigen Charterer ist es ein echtes Vergnügen. Wir haben uns nicht das schönste Wetter ausgesucht: Samstag Skippertraining ohne Wind und bei Dauerregen. Sonntag gerefft nach Marstal, und etliche Schauer ziehen vor und hinter uns durch. Montag Liegetag bei Gepuste Stärke 7. Mittwoch sollen wir schon zurück an die Schlei, denn Donnerstag reisen die Gäste bereits ab, und da sieht es auch nicht nach Schönwettersegeln aus.

Bleibt der Dienstag für einen schönen, gemütlichen, abwechslungsreichen Segeltag zwischen den Inseln. Wir entscheiden uns für den Weg durch Rudkøbing Løb und Svendborg Sund, mit Tagesziel Skarø. Beinahe wird nichts daraus: Oli legt ab, doch das Großfall ist mit dem dusseligen Radarreflektor unklar. Total verheddert, so lässt sich das Segel nicht setzen. Die Frage ist: Wie kommen wir da ran?

Mein Blick fällt auf die große Samka neben uns. Könnte gehen. Ich nehme Paulas Bootshaken, steige auf den Kümo, gehe zum Vorschiff, finde einen ins Schanzkleid integrierten Belegpoller, komplett mit Signalmastwant zum Festhalten. Oliese nähert sich. Zum Glück gewohnt vorsichtig, wir wollen hier ja keine Lackschäden hinterlassen. Auf dem Poller stehend, passt es haargenau: Der ausgezogene Bootshaken erreicht gerade so eben das Fall oberhalb der Jumpstagspreize. Binnen Sekunden ist es wieder klar. "Dank dir, Samka", rufe ich fröhlich. Und die alte Dame scheint froh zu sein, endlich mal wieder wirklich nützlich gewesen zu sein.

Nach diesem letzten, kleinen Flottillentörn des Jahres ist es aber auch gut mit Dienstreisen. Paula findet, wir brauchen Urlaub, und das Wetter bessert sich erheblich. Also laufen wir gleich wieder aus. Es sind unspektakuläre sechs Tage, aber Einiges ist höchst bemerkenswert. Zum Beispiel unsere Tagesdistanzen: Erst am letzten Tag, als es von Hjortø zurückgeht, legen wir mehr als 20 Seemeilen zurück. Drei Tage brauchen wir bis Ommel. Zwischenstopp in Ærøskøbing, den Zitronenkuchen genieße ich dann vor Anker im Lindelse Noor. Klingt alles wie im Frühjahr? Ist auch wieder genauso schön. Nur dass wir ins Noor diesmal waghalsig reingekreuzt sind - wir werden allmählich zutraulich. Auf dem Weg nach Hjortø knacken wir dann noch einen Rekord aus dem Frühjahr: In elf Stunden schaffen wir diesmal nicht 22 Meilen, sondern 12! Wer hätte gedacht, dass Paula einmal einen so geduldigen Menschen aus mir zaubern würde? Zauberhaft ist übrigens auch der Frühnebel.

Juli/August 2018
Ein wildes Abenteuer
Paula, wie war deine Sommerreise?

Wenn ich jetzt sage „grandios“, trifft es das nicht ganz. In Zahlen ausgedrückt waren es 784 Seemeilen an 42 Tagen, bei nur 3 Liegetagen und extrem wenig Motoren. Nicolas und wir Boote sind mit wechselnden Crews sechs aufregende, kontrastreiche Wochen lang durch die Gegend gesegelt. So lange haben wir das noch nie gemacht. Aber jetzt könnten wir ewig so weiterfahren!


Das hört sich ja toll an. Aber kannst du es ein bisschen genauer beschreiben?


Nein. Du hättest dabei sein müssen. Du hättest es spüren und fühlen und miterleben müssen. Dann, und nur dann, könntest du es nachvollziehen. Es war eine Schinderei für ein altes Boot, und gleichzeitig ein fast permanentes Glücksgefühl.

Ist denn gar nichts schiefgegangen?

Natürlich sind Dinge schiefgegangen. Was erwartest du? Auch das geht in Zahlen: Acht Grundberührungen. Zwei verbrauchte Lenzumpen, drei gerissene Vorsegel, zwei Wutanfälle und eine defekte Bordbatterie. Unser Timing war oft perfekt, aber einmal schlief der Wind beim Segelsetzen ein, und auf dem Rückweg waren wir nur fast rechtzeitig im Hafen. Anlegen an der Schäre war auch nicht jedes Mal elegant - ein unfreiwilliges Bad und zwei kleine Lackschäden war der Spaß wert!

Und was sagten eure Chartergäste?

Die sagten: „Wir hatten Zustände an Bord.“ „Raus aus der Komfortzone.“ „Ich habe meine Grenzen erlebt – und sie waren ganz woanders, als ich sie erwartet hätte.“ Meistens waren sie einfach sprachlos.




Deine schönsten Erlebnisse?


Hm. Die Wahl fällt schwer. Überhaupt mit meinen Schwestern nach Schweden gekommen zu sein. Dort bestaunt und bewundert zu werden. Im überfüllten Anholt einen ungestörten Platz für uns allein zu finden – sowas können übrigens nur wir fünf. Die erste Schäre – beim Anlegen hat keiner den Außenborder benutzt, und wer nicht dabei war, wird sich fragen: Geht das? Nicolas‘ vor Rührung leuchtende Augen anschließend beim Segelpacken.

Später sind wir ja noch Regatta gesegelt und hatten meine zwölfjährige Namensschwester als Taktikerin dabei. Nicht als "Nummerngirl", wie die Anderen gesagt hatten. Und wir sind aus der Dyvig gekreuzt. Wir waren uns einig, Nicolas und ich: Geht nicht, also machen wir’s. Denn ich bringe ihm ja gerade das Zaubern bei.

Ich könnte jetzt weiter aufzählen: All die improvisierten Anleger, wir haben ja öfter das Schlauchboot als Seilfähre benutzt. Das Gewitter vor Falkenberg. Die Kreuz im Stig Fjord. Oli bei mir im Längsseitsschlepp. Hach, und dann will ich noch sagen: Gleichberechtigt neben meinen schönsten Erlebnissen steht die Begeisterung der Charterer. Ganz egal, was die erwartet hatten – es kam ja ganz und gar anders. Und sie genossen es. Sie ließen sich darauf ein. Die haben erlebt, was sie vorher nicht mal ahnten – und das ist doch eine äußerst befriedigende Bilanz für mich. Die Veranstalterin. Sozusagen.

Jetzt fragen wir aber mal deinen Skipper, womit für ihn die Reise begann.

Oh ja, der hat lange geschrieben. Jetzt ist er zufrieden mit dem Törnbericht:
Teil 1 (Arnis-Marstrand)
Teil 2 (Marstrand-Odense)
Teil 3 (Odense-Arnis)
Doppelte Paula (Svendborg Classic Regatta)


Juni 2018
Zuhause, Zitronenkuchen und Zauberei

Paula kann zaubern. Überrascht euch das? Nein, den Zitronenkuchen hat sie nicht gezaubert, den habe ich beim Bäcker in Ærøskøbing käuflich erworben. Aber sie hat zum Beispiel die Idee zu dem Zwischenstopp dort in meinen Kopf gezaubert. Und vor allem hat sie für eine Woche gesorgt, in der wirklich alles perfekt gelang - und das, obwohl ich mir überhaupt nichts Konkretes vorgenommen hatte. Aber der Reihe nach - begonnen hat unser Ausflug in Marstal, wo wir auf die Schnelle einen inoffiziellen Museumshafen gründeten, und wo ich feststellte, dass ich mich hier am allerdollsten zu Hause fühle. Und dann gab es auch noch phantastische Neuigkeiten...

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Juni 2018

4 + 4 - Das intensivste Segeln überhaupt

Von vornherein steht fest, dass es eine außergewöhnliche Woche wird: Unterwegs mit vier Booten und vier Personen. Es beginnt mit einem spektakulären Gewitter, danach segeln die Charterboote stets gerefft. Wir befreien uns aus der Technikfalle, und dann erlebt Flensburg die Folkeboot-Invasion.

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Juni 2018
Ein ausgefallener Törn

Es kommt selten vor, dass ein Flottillentörn ausfällt. Paula und ich hatten also frei und nahmen uns vor, so lange, so weit, so viel und so schön wie möglich zu segeln.

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Mai 2018

4. Folkeboot-Treffen in Arnis, 26. Mai 2018
Bestes Wetter, fröhliche Stimmung - und Rekordbesuch: Nicht weniger als 30 Boote folgten diesmal der Einladung, von denen stolze 24 an der kleinen Jedermann-Spaßregatta ohne Startgeld, Preisverleihung und Ellenbogen teilnahmen. Abends lagen zeitweise neun Boote im Päckchen - so etwas hatte ich bis dahin noch nicht gesehen.
Man darf wohl sagen: Die Veranstaltung hat sich etabliert. Als Veranstalter danken wir fürs Kommen und die warmen Worte, die uns vor Ort oder hinterher per Mail erreichten. Das Treffen besteht weniger aus unserer Organisation als vielmehr aus euch, den Teilnehmern. Also den wunderbaren Booten und ihren Crews.

Nachbericht

Mai 2018
Drama-Queen Jane reist ab...
...allerdings nicht nach Stockholm, sondern zunächst ins Sanatorium Grödersby. Die alte Dame sollte eigentlich eine dreimonatige Reise unternehmen, mit Aaland-Inseln, Göta-Kanal und allem drum und dran. Erfahren, wie sie ist, trat sie im letzten Moment auf die Bremse: Als erster Dämpfer sauste auf dem Weg zur Folkeboot-Treffen-Regatta das Achterstag vom Mast. Nach dem Probeschlag am folgenden Tag lief die Bilgepumpe alle zwei Minuten, und so gab es gar nichts zu diskutieren: So kann Jane nicht nach Stockholm segeln.
Nun steht sie also erstmal in der beruhigenden Kühle der Grödersbyer Werft und lässt sich an Sponungen, Kalfaten, Steven und allem, was sonst noch nach neuralgischen Stellen aussieht, gründlich pflegen. Vorsichtige Prognose: Nach dreiwöchiger Verzögerung wird sie fit genug sein, um doch noch die lange geplante Reise antreten zu können.
Ist nicht immer so einfach mit den Booten - aber das macht sie ja so sympathisch: Genau wie Menschen sind sie keine Roboter. Eigner Björn trägt die Misere bisher äußerlich gelassen - wünschen wir ihm, dass er für seine Geduld reichlich belohnt wird.

Update nach einer Woche stationären Aufenthalts: Der Achtersteven ist tiefgründig morsch. Aber wird schon.
Update nach fünf Wochen: Jane schwimmt wieder. Erfolgreicher Probeschlag. Und Björn, nicht zu entmutigen, bricht auf.
Update am Ende der Rückkehr: Ein begeisterter Eigner hat die Route notgedrungen ein bisschen abgekürzt, hier und da Schwerpunkte gesetzt und dann einfach wieder Strecke gemacht - normale Spielfilmlänge statt Director's Cut. Aber die bisher längste Segelreise seines Lebens hat stattgefunden. Keine Schäden am Boot. Und allein schon ein ausgiebiger Aufenthalt auf Gotland rechtfertigt in meinen Augen den Aufwand. Den Rest muss Björn selbst erzählen.

Mai 2018
Knappe Kiste - Paulas erster Ausflug
Vor lauter Skippertrainings kamen Paula und ich bisher kaum aus der heimatlichen Box. Das werde ich nächstes Jahr anders regeln, so geht das einfach nicht. Immerhin fanden wir drei Tage Zeit für ein gemäßigtes Ærø rund: Hørup Hav, Birkholm, dann zurück. Der Wind reichte immer nur bis mittags, das schenkte mir aber zwei Stunden meditativen Segelns mit einem halben Knoten, bevor die Abendbrise uns nach Birkholm spülte. Nicht spektakulär, aber ein gelungener Auftakt. Die großen Highlights kommen ja auch erst.

Warum der Titel "Knappe Kiste" lautet



April 2018
Wenn das Boot fröhlich schwimmt, freut sich der Mensch

"Aber aber wo wo wo ist Oli? Und wo ist das Wasser?" Auf ihre selbstbewusste Schwester und Klassensprecherin musste Salty ein halbes Stündchen warten, bis auch sie aufgeladen, festgezurrt und abfahrbereit vor die Halle gestellt war. Bis es endlich wieder Hafenwasser zu sehen gab, verbrachten sie noch zwei Nächte hinter Gittern. Die restlichen Boote drehten und wendeten wir einen Sonntagvormittag lang mit Schwerlastrollen und Hubwagen (Dank an Stephan und Martin!!), bis alle so standen, dass man unter fahren und aufladen konnte - sozusagen plug and play.

Beim Frühjahrskranen war ich sonst immer ein bisschen nervös, und letztes Jahr hochgradig überrascht, dass wir alle fünf Boote am gleichen Tag schafften. Dieses Jahr hatte ich es so geplant, und es war auch gar keine Zeit für Emotionen: Um neun Uhr zuckelte Oliese rückwärts dem Trecker hinterher, zwischendurch war Spanngurte ab, Krangurte unter, Verholen und Lansdtrom Legen, dann wieder Transportgeschirr ran, Spanngurte fest, kurze Fahrt zum Hafen, Spanngurte ab, Krangurte ran.... um dreizehn Uhr tauchte als Letztes Marthas Ballast in langersehnte kühle Nass. Man darf sagen: Es lief ganz gut. Danach war Zeit für ein erstes Kaffeekränzchen in Paulas Cockpit, sowie für eine dringend benötigte Mittagsstunde nach der langen Schufterei der vergangenen drei Wochen, die diesen Erfolg möglich machte.

Als ich Frieda in ihrem ungeliebten Schwebezustand sogar noch fotografierte, fragte mich ein freundlicher Mit-Hafenbenutzer, ob er mir beim Verholen helfen solle - zu zweit sei es ja einfacher. Ich lehnte freundlich ab: Erstens hatte er zwar Recht, aber Frieda und ich waren ja bereits zwei. Zweitens hatte ich lange genug auf den Spaß verzichtet, um ihn mir nicht mit jemand Fremdem zu teilen. Und außerdem hatte ich vor einer Dreiviertelstunde schon Paula direkt aus den Gurten in die Box gefahren, und alles, was ich dazu brauchte, war ein kurzer Ruck an der Achterleine und rechtzeitiges An-Bord-Werfen der Vorleine. Mit Frieda lief es dann genauso - erst noch an der Kranplatte Festmachen ist etwas für Leute, die entweder schlecht vorbereitet sind oder nicht Boot fahren können! Oder für ungünstigeres Wetter, als wir es uns ausgesucht hatten: Sonnig, warm, trocken, einigermaßen windstill - was sollte uns aufhalten? Mit Martha schipperte ich gleich noch einmal rings um den Steg auf den künftigen Platz von Folkeboot Tzefix - in der Hoffnung, dass die möglichst spät anreist aus dem Schleswiger Winterschlaf.

Alle fünf - auch und vor allem die mit Reparaturen im Unterwasserbereich - waren so dicht, dass Normalbetrieb der eingebauten Lenzpumpen von Anfang an reichte. Marthas sprang während des ganzen, langen Verholens keinmal an, die mitgebrachten Tauchpumpen nahm ich gleich wieder von Bord. Nun müssen die Masten zum Hafen, ebenso die Außenborder und die Ausrüstung, und ein paar neue Töpfe und Pfannen von Ikea soll ich auch noch organisieren vor dem Saisonstart. Aber heute Abend darf ich kurz durchatmen und ein Gläschen Portwein auf die phantastischen Boote trinken.

Danach wollten aber Masten gestellt (tausend Dank an Anouk und Jens fürs Knöpfchendrücken!!), Segel angeschlagen, Staub weggespült und Ausrüstung gestaut werden. Darauf folgten die Probeschläge: Saltys Außenborder ging gleich in die Werkstatt, Paula stellte ihren gerne leihweise zur Verfügung. Friedas Traveller musste ich unterwegs neu einscheren. Ansonsten lief alles glatt.



Und inzwischen sind die ersten Charterer bei sommerlichem Aprilwetter fröhlich unterwegs, und ich vertreibe mir mit Skippertrainings die Zeit. Wir sind alle neidisch auf Frieda und Salty, die bereits nach Dänemark durften, und fühlen uns verwöhnt von wundervollen Menschen, die bei und mit uns segeln - so darf es gerne weitergehen.




Februar 2018
Wir halten zusammen. Immer.
Oliese braucht eine Reparatur an der Außenhaut. Sofort erklärt sich Frieda solidarisch, weil sie es nicht erträgt, dass ihre Schwester als Sorgenkind dasteht. Dann aber helfen alle fleißig mit: Beim Einsetzen von Brettlaschen haben beide etwas Geeignetes im Cockpit liegen - einen leeren Mischbecher, ein passendes Flurbrett, eine für einen anderen Zweck geliehene und tunlichst an Bord behaltene Teleskopstütze - und halten zuverlässig von innen gegen, während ich von außen bohre und schraube. Das spart mir die Hilfsperson. Und sorgt für extrem gute Laune. Wenn ich beim Lackieren die zwei Stellen an Friedas Heckspiegel vergesse, was ja leicht passiert, wenn ich mit Vorluk, Aufbau und Cockpitsüll fertig bin, von der Leiter steige und gedanklich schon bei der vor mir stehenden Martha angekommen bin - dann hält Frieda mir als Gedächtnisstütze ihre Achterstagtalje ins Gesicht. Die hängt schon seit Wochen herunter, ist mir aber nie im Weg, und renne auch nie dagegen. Außer gestern, als ich die Halle verlassen wollte und die zwei Stellen noch nicht bearbeitet hatte.  Martha wiederum, immer gut für zusätzliche Einträge in die To-do-Liste, hält sich bescheiden zurück, wo doch jetzt Frieda zusätzlichen Aufwand beantragen musste.

Ich weiß wirklich nicht, was andere Bootseigner immer zu meckern haben über die viele mühsame Arbeit - Boote sind wunderbar, und sie segeln, lackieren und reparieren sich mit ein wenig Unterstützung fast von selbst!

Wer mit diesen Zeilen nichts anfangen kann, hat unseren Winterarbeits-Blog nicht gelesen...

Oktober 2017
Winterlager

Alles unter Dach. Einschließlich der Patenkinder Jane, Pondus und Snugga. Ich bin erleichtert - es war ein Angang wie noch nie. An irgendetwas hakte es immer. Es ging aber auch immer schließlich weiter, und mit ein bisschen Galgenhumor gab es sogar etwas zu lachen. Nun heißt es: Boote auseinanderpuzzeln, alles heile und hübsch machen, wieder zusammensetzen. Fertig, der Frühling kann kommen. Wie es läuft, verrät der
Winterlager-Blog.

Oktober 2017
Absegeln. Aber richtig.

Absegeln - das geht so: Man segelt aus dem Hafen, und wenn man zurückkommt, ist alles bereit zum Mastlegen. Wäre der Mastenkran nicht belegt gewesen, hätten wir gleich dort angelegt - sogar der Heißstropp war schon bereit.
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September 2017
Geburtstag und Jubiläum

Ich hatte unterwegs Geburtstag. Verbrachte ihn auf die bestmögliche Weise: Mit Paula. Sie schenkte mir das langersehnte Ankern im Lindelse Noor. Sie musste sich erhebliche Mühe geben, das zu bewerkstelligen. Ihr größtes Hindernis war meine Engstirnigkeit!
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September 2017
Silverrudder? Ohne uns!

Einhandsegeln? Immer! Aber non-stop rund Fyn? Im Regattamodus? Ohne Wind? In Svendborg vor der Brücke Ankern, um nicht in der Strömung zurückzutreiben? In Middelfart vom Neerstrom mit dem Heck voraus durch die Brücke gespült werden? Fünfzig Stunden ohne Schlaf oder Pause? Das kann Mike auch nächstes Mal ohne mich machen. Aber wir nutzten den schönen Wind, ihn bei der Anreise ein Stück zu begleiten.
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September 2017
Die kurze Anna

Mal ein Urlaub, keine Dienstreise: Paula und ich mussten unbedingt nochmal nach Musholm - und entdeckten erstaunliche Dinge.
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August 2017
Der magische Grill

Unsere Augustreise war wie ein rundum gelungenes Grillfest: Es gab reichlich von Allem - Salziges, süße, warme Köstlichkeiten wie aus Blätterteig, saftig-feuchte Steaks, mitunter auch feurig-scharfe Kostproben. Es war eine ausgewogene Mischung aus Fleisch und Gemüse, vitaminreich und mit der richtigen Dosis Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren - gesund, erfrischend und perfekt abgestimmt.

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August 2017
Paula segelt Regatta

Die erste Kreuz lief gut. Bewusst zurückhaltend gestartet, lagen wir an der Wendetonne zurück, aber in Reichweite. Raumschots kam Paula auf einmal mächtig auf. „Wie machst du das?“ fragte Eric rüber, als wir Pommery ein bisschen den Wind klauten und plötzlich neben ihr auftauchten. Gemeinsam saßen wir Lovis im Nacken. Hinter uns war Jane, bereits dicht gefolgt von den fünf Minuten nach uns gestarteten Knarrs. „Was machst du denn?“ fragte ich Paula, die uns an der zweiten Wendetonne mitten ins Gewühl gesegelt hatte, das wir doch eigentlich vermeiden wollten. Endlich verstand ich, was sie mir die ganze Zeit hatte mitteilen wollen.
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Juli 2017

"Fahrt da bloß nicht hin! Es ist ganz schrecklich da!" Sommerreise für acht Erwachsene und fünf Folkeboote

Wieder einmal jede Menge Dinge zum ersten Mal ausprobiert: Ein Zweiwochen-Flottillentörn Mitte Juli, in der Zeit der vollen Häfen. Locker-entspannt rund Fyn mit kleinen Abstechern und ohne übertrieben lange Schläge. Neue Häfen und Naturhafen-Hopping. Ankern zu fünft im Päckchen. Bustour auf Ærø und Fährüberfahrt nach Svendborg, ganz neue Sichtweisen also - zehn Jahre lang habe ich landseitig nur die Hafenstädtchen gesehen, die Inseln nur aus dem Cockpit, auch die Bugwelle der Fähre kannte ich nur in der Form, von ihr durchgeschüttelt zu werden. Als kulturellen Höhepunkt gab es in Svendborg diese Fotoausstellung über Folkeboote zu bewundern, in der auch meine Boote eine Rolle spielten. Lassen wir sie zu Wort kommen und erzählen, wie sie die Reise erlebt haben.

zum Text

Juni 2017

Sieben! Einmal sogar acht...

Anfang Juni war es wieder einmal so weit: Mit mehreren Booten brachen wir gemeinsam nach Dänemark auf. Diesmal waren es nicht weniger als 7 Folkes, die in den Häfen für Begeisterung sorgten. Viel Wind, nicht immer Traumwetter - doch es gelang ein ereignisreicher, begeisternder Törn. Zwei Wochen später war die Arithmetik ganz ähnlich - und doch anders: Diesmal waren wir mit fün. Dafür aber mit sieben Personen.

Nachberichte

Mai 2017

Folkeboot-Treffen und Sperrgebiet Rund

Skippertrainings, Bootsübergaben, Termine im schwülheißen Binnenland - der Mai lieferte keinen Stoff für umfangreiche Törnberichte. Es reichte immerhin für eine schöne Runde ums Sperrgebiet Schönhagen und anschließendes Ankern im Wormshöfter Noor. Und dann war da ja auch noch das 3. Folkeboot-Treffen - nicht nur den Veranstaltern hat es diesmal besonders gut gefallen. 

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April 2017
Ansegeln

Als wir in Rabelsund die Segeln bargen, fragte ich Paula, ob wir je schonmal am 9. April auf der Ostsee waren. Ich habe noch nicht die alten Logbücher studiert, aber ich erinnere mich eher an Segelanschlagen im Juni oder Frühjahrstörns im Mai ohne vorausgehenden Probeschlag. Dieses Jahr hat Manches unvergleichlich gut geklappt, so dass wir bei frühsommerlicher Wärme und idealem Wind - SW 3-4 - so früh segeln gehen konnten wie nie. Ein Tag Gedümpel auf der Schlei bis 100m vorm Leuchtturm mag nicht besonders spektakulär erscheinen, aber nach fünf Monaten Entzug hat er zweifellos seine eigene Magie.
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Februar 2017

Happy New Year, und: Gut Lack!


Das Schleifen und Abkleben vor dem Endlack will gründlich und gewissenhaft erledigt werden. Der Zeitplan von einem Tag pro Boot ist ambitioniert, doch er passt - vorausgesetzt, ich verzichte auf die Mittagspause und nehme mir für den Abend nichts vor. Die Untergrundvorbereitung ist das A&O, und sie fällt gerade in den Übergang vom Dauerfrost zu günstigen Lackiertemperaturen.

Beim Eintreffen der Warmfront passiert das Übliche, wenn relativ feuchte und warme Luft auf noch kalte Boote trifft: Sie beschlagen. Lackieren geht dann erst nach zwei, drei Tagen, wenn sich die Temperatur angegelichen hat. Schleifen hat aber auch seine Tücken: Wenn man die triefende Außenhaut nicht vorher trockenwischt, reicht ein Bogen Schleifpapier nicht mal für einen halben Meter.

Als wir uns damit abmühen, kommt ein anderer Bootseigner in die Halle, um mal wieder einen Blick auf sein Schätzchen zu werfen. "Moin", sagt er, "oha - ein einsamer Bastler."
"Nee, nee", antworte ich, "wir sind ja zu viert."
Er: "Ach so, vier Leute - na das schafft ja ordentlich was!"
Ich: "Naja, geht so - die anderen drei sind Boote."

Einsam habe ich mich jedenfalls im Winterlager noch nie gefühlt...

Dezember 2016

Winterarbeit


Folkeboot Lene hatte sich den Wellness-Aufenthalt in der Bootswerft Grödersby anders vorgestellt. Sie dachte an behutsame Lackpflege, hübsch aufpoliertes Holz und vielleicht ein bisschen Massage und andere Streicheleinheiten - doch zuerst verordnete man ihr eine radikale Diät, die sie in zwei Tagen der Hälfte ihres Gewichtes beraubte, und anschließend kam der Zahnarzt an Bord!

Oder jedenfalls der Bootsbauer in Begleitung des Bohrers. Genauer gesagt: eines ziemlich langen Kernbohrers. Der Ballast war schon zum Sandstrahlen abtransportiert, die Kielbolzen entfernt, die maroden Bodenwrangen abgenommen, die neuen Spanten laminiert.Nun wurden auch noch die Stevenbolzen ausgebohrt, und sie widersetzten sich mit konstruktiver Hartnäckigkeit, hatte man sie doch schräg eingesetzt, dann die Wrange darübergestülpt und das Ganze gerade gebogen. Lene ertrug die Operation schweigend und seufzend, aber Entspannung war es nicht. Zu guter Letzt wurde auch noch eine gerissene Planke im Bugbereich erneuert - in diesem Zusammenhang kam zumindest endlich die ersehnte Wärmelampe zum Einsatz.

Das Loch in der Außenhaut bot freien Durchblick vom Vorsteven bis unters Achterdeck - aus dieser Perspektive wirkte das Folkeboot unglaublich groß und geräumig. Der Eindruck relativierte sich freilich, wenn man dem Bootsbauer zusah, der von innen die Nieten austrieb: Sein Körper füllte den Arbeitsplatz vollständig aus. Rechtzeitig vor Weihnachten war Lene wieder glüklich: Ihr geliebter Ballast wurde angeschraubt. Selig und in voller Tonnage setzte sie sich zurück auf ihren Trailer.

Unterdessen störte sich Jane nicht im Geringsten am Umzug in Halle zwei, wo sie dem größten Trubel entging und sich in Sichtweite von Frieda und Martha in bester Gesellschaft wähnte. Die beiden dienten hier und da auch als Anschauungsobjekt für die Bootsbauer. Jane nahm auch keinen Anstoß an der Tatsache, dass diesen Winter Lene die höchste Rechnung aller in der Werft befindlichen Folkeboote ausgestellt bekommen würde - sie sah sich in dieser Hinsicht in keinem Wettbewerb. Oder vielleicht doch: Als Eigner Björn ein rares Wochenende in der Werft verbrachte, an sich in der Absicht, dem Werftpersonal Platz für die geplanten Arbeiten zu schaffen, sah sie sich dennoch berufen, auf die Prioritätenliste Einfluss zu nehmen.

Björn und Jane sind ein lustiges Gespann. Jahr für Jahr schreibt zuerst er seine Wunschliste von Dingen, die er geändert oder repariert haben möchte, und wenn Jane endlich zu Wort kommt, geht es los mit "...und hier tut das auch weh!" Sie sagte: "Ist ja schön, dass wir die neuen Schwalbennester haben - aber guck mal der Spant hier." Wie sie schon einmal begonnen hatte, darauf hinzuweisen, wo es sie zwickte und zwackte, fielen ihr noch einige weitere Problemstellen ein. Neues Schiebeluk? Niedergangstür? Ja, aber die maroden Brettlaschen, und dann vor allem die gebrochenen Decksbalken - "sieh mal schön zu, dass das mal zuerst gemacht wird, ja?" Als Björn an diesem Tag zum ersten Mal "ach du scheiße" sagte, kündigte er selbst gleich an, dass er es noch öfter tun würde, ahnte gleichwohl selbst kaum, wie Recht er behalten sollte, doch schließlich überwog dann die Einsicht: "Wat mutt, dat mutt." Zu einem der von Jane gestellten Aufgaben sagte ich mitfühlend: "Ziemlicher Aufwand."

Björn fand es nicht so schlimm, schließlich sei das ganze Leben mit Aufwand verbunden, "mal mehr, mal weniger." - "Genau", stimmte ich zu, "weniger oder mehr ist ganz egal. Hauptsache Aufwand!" Christopher und ich erkannten später mit Augenmaß, Zollstock und kritischem Blick eine bemerkenswerte Besonderheit Janes: Ihr Niedergang ist um eineinviertel Zentimeter außermittig. Für ein neues Schiebeluk und eine Niedergangstür hat das erhebliche Konsequenzen, die Wahl zwischen Pest und Cholera bezieht sich hier nämlich darauf, ob man Lukendeckel oder Tür schräg baut.

Am nächsten Tag gelang Frieda und mir die Lösung eines der letzten Rätsel der christlichen Seefahrt: Wir fanden die Ursache ihrer erheblichen Kompassablenkung. Es waren nicht, wie ursprünglich vermutet, die Schrauben der Curryklemmen, die dicht am Kompass im Decksbalken steckten, aber ansonsten lag ich mit diesem Decksbalken schon ganz richtig: Die Leisten des Kajütdachs waren mit Eisennägel vernagelt. Es folgte auch hier ein gewisser Aufwand, aber der Zeitpunkt, einen neuen Decksbalken zu bauen, war ideal: Ich sägte ihn aus einem Reststück vom Bau von Lenes Bodenwrangen.

Winterarbeit-Blog

Oktober 2016
Internationales Flair: FKY - RNCYC Teamracing

Internationales Flair bei den "Wildgänsen": Der "Freundeskreis Klassische Yachten" und der "Royal Northern & Clyde Yachtclub" aus Schottland trafen sich am ersten Oktoberwochenende zu ihrem traditionellen Team Racing. Erstmals charterten sie dafür sechs Folkeboote der "Wildgänse" und von "Klassisch am Wind". Paula, Kollege Mike und ich waren eigentlich nur ausgelaufen, um die seltene Gelegenheit zu spektakulären Fotos zu nutzen. Wahrhaft spektakulär waren dann vor allem die engen Manöver, begleitet von lautstarken Auseinandersetzungen über die Ausweichregeln.

Den Hinweis, es am zweiten Tag ein wenig ruhiger angehen zu lassen, konnten wir uns nicht verkneifen. Zu Kollissionen kam es letztlich aber nicht, dafür gab es jede Menge Spaß und reichlich Lob für die "lovely boats". Der Wettkampf endete unentschieden - dafür sorgte schon der Gerechtigkeitssinn der sechs segelnden Schwestern, die nur Gewinner und keine Verlierer zuließen. Die Veranstaltung war allemal ein würdiger Abschluss für eine tolle Saison!

September 2016
Flottillentörn mit Schönwettersegeln
 
Der Septembertörn war vielleicht nicht so spektakulär wie andere Veranstaltungen diesen Jahres - gigantische Wellen und Gischtfontänen blieben aus. Doch entspanntes Schönwettersegeln mit vielen landschaftlichen und seglerischen Höhepunkten ist, wenn man ehrlich ist, wenig einzuwenden. Und diesmal passte es besonders gut zu den Bedürfnissen der teilnehmenden Crews.
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August 2016
Hin und Her in der Dänischen Südsee

Ein fünftägiger Kurztörn in die südfynsche Inselwelt - schön, aber unspektakulär. Und trotzdem bemerkenswert, gab es doch eine Menge Besonderheiten: Zum Beispiel war es der erste Törn der Saison, der keine Dienstreise war. In einem kühlen, feuchten, pustigen, insgesamt durchwachsenen Sommer hatten wir uns eine Woche mit besten Segelbedingungen ausgesucht. Statt einer Törnplanung zu folgen, fuhren wir einfach erstmal los - und natürlich gab es dann die eine oder andere Überraschung, und es wurden uns unerwartete Aufgaben gestellt.

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Juli 2016
Schwedenreise

Es war als besondere Reise angekündigt, als unvergessliches Abenteuer, das „der Urlaub Eures Lebens“ sein könne. Hatte ich zu viel versprochen? Rückblickend war wohl eher das Gegenteil der Fall!

Schwedenreise 2.-29. Juli



Juni 2016

Schöner kann Segeln nicht sein


Wie lässt sich eine Reise zusammenfassen, bei der so gut wie alles perfekt läuft? Vielleicht am besten so: Wir segeln nach Haderslev. Es ist eine besondere Gelegenheit - die Stadt liegt abseits der üblichen Segelrouten, tief im Landesinneren am Ende eines schmalen, flussähnlichen Fjordes. In der Regel muss zumindest eine Strecke motort werden. Die Meisten fahren also vorbei und bleiben im Kleinen Belt. Wir hingegen können mit Ostwind hinein- und am nächsten Tag bei Westwind wieder hinaussegeln. Das Timing ist beinahe unglaublich: Kaum ist das letzte Boot angebunden, dreht der Wind binnen zwei Minuten auf West!
Flottillentörn 4.-10. Juni
Flottillentörn 18.-24. Juni

Mai 2016

Folkeboot-Treffen 2016
28 Folkeboote am 28. Mai, glückliche Gesichter bei Crews und Veranstaltern: Das Folkeboottreffen hat sich im zweiten Jahr bereits als feste Institution etabliert. Damit bestätigt sich die Vermutung, dass nach einem offenen Rahmen in lockerer, ungezwungener Atmosphäre gerade bei Fahrtenseglern ein großes Bedürfnis besteht.
Nachbericht